• Mira Wieland

Ökologischer Zeigefinger - ERDENREICH Philosophie auf dem Prüfstand

Nachdem unsere Kundenliste in den letzten Wochen weiter gewachsen ist und wir mehr und mehr achtsame Naturliebhaber unter ihnen haben, ist es Zeit innezuhalten und das Gesamtkonzept ERDENREICH zu überprüfen.


Mal abgesehen davon, dass wir unsere Flyer und Visitenkarten auf umweltgerechtem Papier drucken lassen, will ich nun auch die Büroutensilien auf „ökologisch“ umstellen.

ERDENREICH Baumpflege - Büromaterial

Pappordner weichen den Versionen aus Plastik, Holzschachteln lösen die Ordnungssysteme aus Kunststoff ab und ich bestelle mehr Stifte aus Pappe und recyceltem Kunststoff.

Auch kommunizieren wir weites gehend per eMail, versenden Angebote und Rechnungen darüber, statt auszudrucken, einzutüten und per Post zu schicken. Wir sparen uns den Ausdruck und somit die Benutzung von Papier.

Was nützt es, den ökologischen Zeigefinger zu heben und auf die Verschwendung von Ressourcen hinzuweisen, wenn man es im Kleinen, für sich persönlich und jeden Tag, nicht schon anwendet.

„Mich nervt es, Dinge bestellen zu müssen, weil ich sie hier nicht im Laden kaufen kann.“ dachte ich, bis wir eines Tages nach der Baustelle in Schortens, im Fair-Cafe / Fairhandelshaus, einfach anhielten. „MERCADIO MUNDIAL“ steht über der Eingangstür und dahinter verbirgt sich ein spannendes Konzept aus eigener Kaffeerösterei, Reformhaus und allerlei fair gehandelter Produkte – vegan, vegetarisch, ökologisch. Wer hätte gedacht, dass es einen solchen Laden mitten in Friesland gibt! Wir halten uns lange dort auf, schnacken mit der Eigentümerin über ihr Konzept und lassen uns beraten. Am Ende verlassen wir das bunte Lädchen mit allerlei ökologischen Kleinigkeiten – Körbe aus Seegras, Kaffeesäcke aus Jute, Holzstiften und dem Versprechen, nun regelmäßig hierher einkaufen zu kommen… loses, unverpacktes, regionales und ökologisches – es ist mehr als ein Konzept, es ist eine Lebenseinstellung… (witziger weise lautet die Web-Adresse https://fair-nuenftig.de)


Nachdem ich fertig bin, mit der ökologischen Überarbeitung des Bürokonzeptes, wende ich mich unserem Werkzeug und dem kleinen Maschinenpark zu. Was können wir hier verändern? Verbessern?


Stimmt unsere Arbeitsweise noch, wie ursprünglich angedacht und auf der Homepage aufwendig angepriesen?

An diesem Abend habe ich ein Treffen mit einem weiteren Gärtner aus der Gegend. Gemeinsam wollen wir überlegen, größere und aufwendige Baustellen, abzuwickeln. Wir tauschen Erfahrungen aus – auch mit Kunden. Ich erzähle ihm, dass wir eine Buchenhecke über 2 Tage mit der Hand geschnitten haben, einfach, weil es für diese Hecke nötig war, sie zu verjüngen und sie nicht einfach nur abzuschneiden wie all die Jahre zuvor. Ich freue mich über Kunden, die zuhören, sich beraten lassen und am Ende die mühsame Handarbeit auch bezahlen. Mein Gärtnerfreund lenkt sofort ein und zählt Maschinen auf, mit denen das so viel schneller und leichter gegangen wäre. Wir beide führen Argumente für unsere Vorgehensweise auf und wir beide haben recht. Dann diskutieren wir über Motorsägen: welche ist wohl besser – die Benzinbetriebene oder die mit Akku? Auch hier gibt es Argumente dafür und dagegen. Als letztes besprechen wir Kundenwünsche und die anstehenden Rodungen….


Am Ende des Tages sitze ich hier allein mit folgendem Fazit:


Wir, ERDENREICH, lehnen auch weiterhin Rodungen ab. Auch auf die Gefahr hin, dass uns dabei Einnahmen flöten gehen und „andere den Job erledigen“. Klar, es wird sich immer jemand finden, der den Baum fällt, den wir nicht fällen werden. Doch ist das für mich und uns die falsche Herangehensweise. Wenn ein Baum derart geschädigt ist oder droht, etwas kaputt zu machen, kann man ihn absetzten, ohne ihn zu kappen oder man schneidet wenigstens ein Habitat daraus. Aber Sträucher zu roden, weil sie „stören, Dreck machen“ oder einfach nur im Weg sind – das sollen nun wirklich die anderen machen. Die Jungs mit den schweren Maschinen und Geräten.

ERDENREICH Baumpflege - Wir denken nachhaltig!

Wir konzentrieren uns weiterhin auf unser Kerngeschäft: die Baumpflege. Und wir schneiden weiterhin Hecken und Bäume mit unseren Handwerkzeugen, wenn es angebracht ist und weil es dem Erhalt der Pflanze dient. Wir finden ständig Nester bodenbrütender Vögel in den dichtesten Hecken. Wer sind wir, diese zu beseitigen?! Wir gehen lieber mit 20 Kunden weniger ins nächste Jahr und dafür aber mit einem guten Gefühl – wie beim Einkauf im Fair-Trade-Handelshaus.



Bleibt weiterhin achtsam und gesund alle miteinander!


Wir denken nachhaltig!

Über mich

Mein Name ist Mira Wieland. Mein Ziel ist es, Bäume zu erhalten, angemessen zu pflegen und sie zu schützen. Kappungen müssen vermieden werden, wie das unnötige Fällen gesunder und vitaler Bäume. Dabei nachhaltig und ökologisch zu arbeiten, ist mir ebenso wichtig, wie das Anwenden von geeigneten Schnittmaßnahmen.

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