• Mira Wieland

Ursache von Totholz und der wundervollste Privatgarten in Neermoor

Heute möchte ich Euch von einem sehr besonderen Arbeitstag berichten…


Zunächst waren Sean und ich bei einem Kunden in Westoverledingen/Kreis Leer. Hier haben wir in einer ca. 60 Jahre alten Eiche Totholz entfernt. Die Standortbedingungen dieses Baumes hatten sich verändert, daher die abgetrockneten Äste.


Uns war schon auf dem Hinweg klar, dass wir bei diesem Baum die Ursache der Totholzbildung eher auf dem Boden finden, als im Baum selbst.

Und so war es dann auch: Das komplette Erdreich um die Eiche herum wurde vor einiger Zeit von Unkrautfolie befreit und ein dicker Streifen Betonkante als Raseneinsäumung entfernt. Hier sieht man deutlich, dass beim Anbringen der Betonkante einige Starkwurzeln in Mitleidenschaft gezogen wurden, sogar zum Teil abgestochen und entfernt, um den Rasenunterbau zu begradigen. Außerdem, so die Vermutung, ist beim Anlegen des Rasens mit schwerem Gerät über den Wurzelteller gefahren worden, was zu Verdichtung des Bodens führt und ebenfalls das Wurzelreich stark beansprucht.


Doch nun ist aller Beton entfernt und es wird ein Substrat auftragen, um das Wurzelwachstum wieder anzuregen. Wenn wir Glück und Erfolg haben, hat sich die Eiche in ein paar wenigen Jahren schon wieder vollständig regeneriert. Im nächsten Jahr kommen um zu sehen, wie sie sich jetzt entwickelt.



Dann wieder auf dem Heimweg legten wir einen Zwischenstopp in Neermoor ein. Hier ist seit 37 Jahren ein Gärtnermeister tätig, welcher nicht nur im Geschäftsgedanken „Pflanzen zu verkaufen“ heraussticht.


Herr Klock verfügt über sein Firmengelände hinaus über einen wunderschönen Privatgarten aus gelungen angeordneten Gehölzgruppen, verschiedenster Arten.


Ich bin beeindruckt! Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass sich die eine oder andere Sorte von Baum und Strauch, hier in Ostfriesland überhaupt entwickelt. Ich lerne doch noch dazu!

Mal abgesehen von Herrn Klocks Liebe zu Koniferen – hauptsächlich Pinien, Fichten und Tannen – finden wir auch Perückenstrauch (Cotinus), Kuchenbaum (Cercidiphyllum), Sumpfzypresse (Taxodium), immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora) und Urweltmammutbaum (Metasequoia). Auch eine Säuleneiche, über die ich erst vor ein paar Tagen sprach, wächst hier als Miniallee. Und auch einen bunten Eschen-Ahorn (Acer negundo) erkenne ich sofort und bin begeistert über das rosa-grüne Sommerlaub.


Mir gefällt besonders die stufenförmige Anordnung all dieser Gehölze: unter hohen, einheimischen Fichten, stehen ungewöhnliche Sträucher und wiederum darunter eine Vielzahl einheimischer Stauden und krautiger Pflanzen - ganz im Schutz vor Wind und zu viel Sonne, dieser Riesen erster Ordnung. Und man sieht, dass dieser Aufbau schon seit Jahrzehnten in absoluter Symbiose funktioniert.





Dieser Garten ist ein absolutes Vorzeigeobjekt!


Besonders beeindruckend ist, dass die Bäume in ihrem Habitus nicht verändert und die Gehölze akkurat und regelmäßig geschnitten werden, so dass sie jeweils voll zur Geltung kommen.


Auch jetzt komme ich wieder ganz ins Schwärmen, wenn ich mich nur daran erinnere. Mein absoluter Lieblingsbaum an diesem Tag ist eine 44 Jahre alte Pterocarya (Flügelnuss), welche sich aufgrund des Bodens so genial entwickelt hat, dass man sie durchaus für einen 200jährigen Baum halten könnte. Ihr Stammumfang ist ebenso beeindruckend, wie ihr Kronendurchmesser – wie ein Schirm hängt er über dem Großteil des Gartens und ragt weit auf die Straße hinaus….


Am Ende des Tages habe ich eine wunderschöne neue Pflanze erworben, die nun auch bei uns wohnt – eine junge Feige.


Erfüllt und glücklich fahren wir am Abend nach Hause…


Der Grund, das wahre Anliegen, und wie Herr Klock und ich zueinander fanden, möchte ich im nächsten Beitrag vertiefen – denn es geht um den Erhalt schützenwerter Bäume. Was sonst! ;)

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Über mich

Mein Name ist Mira Wieland. Mein Ziel ist es, Bäume zu erhalten, angemessen zu pflegen und sie zu schützen. Kappungen müssen vermieden werden, wie das unnötige Fällen gesunder und vitaler Bäume. Dabei nachhaltig und ökologisch zu arbeiten, ist mir ebenso wichtig, wie das Anwenden von geeigneten Schnittmaßnahmen.

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