• Mira Wieland

Wie ich zur Baumpflege kam

Aktualisiert: Mai 11

Meine Vita ist zwar bunt und scheinbar chaotisch, aber schnell erklärt:


In der 10. Klasse Realschule wurde ich, wie die meisten, zum Arbeitsamt geschickt, um einen Test zu absolvieren, für welchen Berufszweig man wohl geeignet ist. Mein Testergebnis ergab: Rechtswissenschaft oder Gärtnerei. Ich entschied mir für den „trockeneren Weg“, hatte von vielen gehört, sich beim Arbeiten draußen, den Rücken genauso kaputt zu machen, wie seine Haut und schnell zu altern. Das wollte ich für mich nicht und wurde Rechtsanwalts- und Notariats-Fachangestellte. Ich arbeitete 12 Jahre in diesem Job und bekam in dieser Zeit drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Mir ging die ewige Streiterei – um unnötige Dinge oder belangloses Zeug - die dieser Job mit sich brachte, irgendwann auf die Nerven und so wechselte ich ins Zeitungswesen und wurde Redaktionsassistentin einer großen deutschen Zeitung mit Sitz in München, für die Außenstelle Frankfurt am Main. Aber auch hier ging mir irgendwann das manipulative Gehabe auf die Nerven. Nun waren meine Kinder mittlerweile erwachsen und zum Teil aus dem Haus, sodass ich das erste Mal darüber nachdenken konnte, was ich bis zum Erreichen des Rentenalters sinnhaftes noch tun könnte, ohne darauf Rücksicht nehmen zu müssen, jemanden zu versorgen.


Ich hatte einen Fable für den „grünen Beruf“ und wollte draußen arbeiten und mich mit der Natur beschäftigen.

Ich wollte etwas pflegen und erhalten und meinem Leben endlich einen Sinn geben, im handwerklichen Sinne. Also beschloss ich mit Anfang 40 nochmals die Schulbank zu drücken und mich als Gärtnerin im Garten- und Landschaftsbau ausbilden zu lassen. Ich saß in der Berufsschule unter 17-25 jährigen und hatte einen riesen Spaß. Auch als Azubi in der Firma kam ich gut klar und konnte geduldig alle Arbeiten ausführen, die nun einmal dran waren für einen Azubi. Ich wollte es ja so!


Im zweiten Lehrjahr erkannte ich, dass mir das Arbeiten im GaLaBau nicht genügte, ich nicht pflastern wollte oder Rollrasen verlegen.


Ich war mega gut in Pflanzenkunde und mir fiel botanisch Sprechen extrem leicht. Gerade Bäume konnte ich mir merken, zuordnen und verstehen. Ich verstand ihren Aufbau und ihr Sein. Ich verstand, welche Rolle sie innerhalb jedes Öko-Systems spielen und welche bedeutende Wichtigkeit sie für Umwelt und Natur haben.

Also wechselte ich in die Baumpflege und belegte den Kletterkurs (SKT A), um mich in diesen Wesen auch noch bewegen zu können. Ich lernte von der Pike auf, was es heißt, einen Baum zu pflegen, welche Schnitte ratsam sind und welche nicht und wie der Ablauf einer Baustelle verläuft. Ich hatte in der Firma in Frankfurt Glück, dass wir die Friedhöfe pflegen durften. Somit konnte ich mich auch in den hohen Bäumen bewegen. Ich fand immer mehr Gefallen an dem Wesen Baum und konnte Stunden in ihm verbringen. Einfach nur, um zu sehen, wie sich was verhält; welche Lebewesen und Insekten in ihm wohnen, wie seine Blätter und Äste wachsen und sich Jahr um Jahr neu Bilden, auch wenn die Schnitte zur groß waren und den Baum nicht mehr ganz versorgen konnten. Bäume sind für mich – von der Aufzucht bis ins hohe Alter hinein – wundersame, wunderschöne Wesen und jeder von ihnen ein Unikat! Jeder Baum sieht anders aus, lässt sich anders klettern und reagiert auf die Umwelteinflüsse unterschiedlich.


Bäume sollten wieder mehr im Fokus stehen. Sie verdienen unsere Aufmerksamkeit, unseren Respekt und den Wunsch nach Erhaltung ihrer Arten!

Schlussendlich hat mich überzeugt, welch stillen Dienst diese Bäume jeden Tag an unserer Menschheit leisten: Sie säubern die stickige Luft, versorgen uns mit Sauerstoff und binden CO2, Sie sorgen im Sommer für Abkühlung und Schatten und ich liebe es, sie im Wind rauschen zu hören.


Dies alles finde ich höchst schützenswert! Und mein persönliches Anliegen ist es -wenn auch nur einen kleinen Beitrag - dazu zu leisten, den Menschen die Bäume wieder nahe zu bringen. Ihnen klar zu machen, dass der Baum sehr wohl ohne Mensch klar kommt, aber der Mensch niemals ohne den Baum!



Ach ja, jetzt hätte ich fast den Faden verloren … Und wieder, eines Tages, hatte ich wieder eine neue Erkenntnis. Ich wollte nicht nur einfach in irgendeiner Firma den Job als Baumpfleger ausüben, ich wollte es in MEINER EIGENEN FIRMA! Ich will mehr, als nur einen „Job“ machen – ich will aufklären, aufrütteln, unbequem sein und für den Erhalt der alten schönen Lebewesen einstehen.

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Über mich

Mein Name ist Mira Wieland. Mein Ziel ist es, Bäume zu erhalten, angemessen zu pflegen und sie zu schützen. Kappungen müssen vermieden werden, wie das unnötige Fällen gesunder und vitaler Bäume. Dabei nachhaltig und ökologisch zu arbeiten, ist mir ebenso wichtig, wie das Anwenden von geeigneten Schnittmaßnahmen.

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